| Kochschule |
Canapés
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Von der höfischen
französischen Gesellschaft stammt diese Variante luxuriöser Esskultur ab. Früher wurden
nur Obst, Konfekt und kandierte Früchte auf einem kleinen Tisch neben dem Canapé
gereicht, auf dem die Damen und Herren sich lasziv räkelten. Später kamen pikante
Häppchen in Miniformat hinzu und die Canapés waren kreiert. Diese handdekorierten
Versuchungen sind Pikanterien, die gerne den Champagner begleiten. |
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| Canapés erfreuen bei allen möglichen
Gelegenheiten. Was auch immer gefeiert wird, die exquisiten Leckereien verleihen jedem
Anlass einen Hauch von Luxus. Besonders Stehempfänge sind das ideale Umfeld für
Canapés. Sie werden aber auch anstelle kalter Vorspeisen gereicht. Wenn nicht gar zu
viele Gratulanten erwartet werden, lassen sie sich auch problemlos zu einem
außergewöhnlichen Fest in das Büro mitnehmen. Denn -wie bei allen sinnlichen
Genüssen- ist das Arrangement und die Dekoration bei Canapés besonders wichtig.
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BrotartenIn der Regel wird meistens frisches Weißbrot als Grundlage
verwendet, denn sein zarter Geschmack lässt den ausgesuchten Belag erst richtig zur
Geltung kommen. Bei den Brotscheiben wird zuerst die Kruste entfernt und damit die
Feuchtigkeit des Belags das Brot nicht durchweicht, werden die entrindeten Scheiben
geröstet oder getoastet. Danach sind die Scheiben sparsam zu buttern.
Inzwischen hat sich auch die dänische Art etabliert, in dem die Brotscheiben leicht mit
Butter bestrichen und Salatblättern belegt, um den Belag vor einem Durchweichen zu
schützen.
Form arten
Rund , quadratisch oder eckig, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Happen
sollten nicht größer als drei bis vier Zentimeter Durchmesser haben. Zum Ausstechen
eignen sich auch die Förmchen der Weihnachtbäckerei, beispielsweise Herzen zum
Hochzeitsempfang oder Nikolausstiefel zur Weihnachtsfeier. Wer sich für Pumpernickel
entscheidet, sollte auf die kleinen, runden Scheiben zurückgreifen, die im Handel
angeboten werden.
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| Die Garni erung und Dekoration soll sich von den Speisen
abheben. So ist beispielsweise eine gleichfarbige Garnierung optisch nicht sehr
ansprechend. Ebenso verständlich ist, dass Fisch nicht mit Fisch und Fleisch nicht mit
Fleisch dekoriert wird. Allerdings darf Räucherfisch durchaus mit Kaviar garniert werden.
Trotzdem soll die Verzierung mit dem Belag harmonieren. Das bedeutet vor allem, dass sie
das Aroma des Belags nicht überdecken darf.
Die klassische Garnierung
Wer es besonders edel mag, greift zu Kaviar oder zu
Hummermedaillons. Ersterer wird mit gehacktem Eigelb garniert und der Hummer verträgt
eine zarte Trüffelscheibe zur
Garnierung. Geräucherter Fisch, frischer Lachs, Forelle und Aal gehören zu den
Klassikern, aber auch zarte Matjesfilets sind Genüsse und vorzüglich für Canapés
geeignet.
Für zarten Lachs empfiehlt sich zur
Garnierung eine halbe Scheibe Salatgurke, wogegen die Forellenfilets von kräftigerem
Geschmack sind und daher gut mit einem Dillzweig harmonieren. Da Aal einen recht hohen
Fettgehalt hat, empfiehlt sich hierzu gut eine kleine nicht nur dekorative Zitronenspalte.
Auch Nordseekrabben, garniert mit
Dill und Zitronenscheibe sind eine verführerische Versuchung und Dorschleber mit einer
halbierten Perlzwiebel ist ebenfalls nicht nur ein optischer Genuss. Bei allen Kreationen
sollten jedoch immer die Grundregeln des Garnierens im Auge behalten werden, dass die
Garnierung primär nur den optischen Genuss zu erfüllen hat.
Geflügel-Ideen
Geflügel ist außerordentlich variabel und hat zudem einen
geringen Fettgehalt. Traditionell
ist geräucherte Putenbrust, die mit frischer Ananas garniert wird und Entenbrust wird am besten mit abgezogenen
Orangenspalten verziert, das ergibt nicht nur einen schönen farblichen Kontrast, sondern
verleiht dem Ganzen auch einen Hauch Finesse. Hähnchenbrust sollte mit einer leichten
Currycreme oder einer Cocktailkirsche gereicht werden.
Deftige Häppchen
Den etwas höheren Fettanteil bei Schweinefleisch wird ab und an ganz gern in Kauf
genommen, da gerade das Fett der Aromaträger ist. Es sorgt außerdem für saftigen
Fleischgenuss und verhindert das Austrocknen des Fleisches. Für Canapés eignen
sich ganz hervorragend das köstliche Büdnerfleisch, dem Radieschen-Scheiben als Garnitur
die richtige Note geben, ausgesuchte Salami, hauchzart aufgeschnitten und mit gefüllten
grünen Oliven garniert und der milde Lachsschinken, dem eine Perlzwiebel die richtige
Optik verleiht. Der traditionelle Bratenaufschnitt besticht mit Bratengelee und einen
Estragonblatt.
Kalb, Rind und Wild
Erlesenes vom Kalb, Rind und Wild kommt immer gut an, während zarte Tranchen vom
Kalbsbraten sich gut mit Spargelspitzen vertragen, sollte für Liebhaber Tatar vom Rind,
mit Kapern und Zwiebelringen, immer mit angeboten werden. Schon fast exotisch mutet die Pökelrinderzunge an,
der ein winziges Maiskölbchen beigegeben wird, und bei Roastbeef mit einen Klacks
Meerrettich wendet sich kaum jemand ab, ohne probiert zu haben. Allerdings sollte das
Fleisch aber wirklich schön rosa sein, ebenso das Filet vom Reh, dem schon eine
Weintraube als Garnitur reicht.
Vegetari sche Art
Die vielen Gemüsepasteten in den Reformhausregalen animieren zu neuen Kreationen. Salzbrezeln verzieren
eine Scheibe frischer Avocado und saftig rote Tomatenscheiben werden mit Zwiebelringen
oder einer Silberzwiebel garniert. Schon der frische Anblick reizt auch Nicht-Vegetarier
zum Zugreifen.
Eier
Scheiben von hartgekochten Eiern zählen zwar auch nicht zu
den traditionellen Belägen, sind aber hübsch anzusehen und vielfältig zu dekorieren:
Kaviar oder Tomatenwürfel machen sich gut auf dem Gelb des Dotters. Allerdings sollten
nur einwandfreie Scheiben mit Eigelb genommen werden und ein wenig Salz kann auch nicht
schaden.
Käse
Käse, besonders Roquefort sollte nicht fehlen , er wird traditionell mit kleinem Käsegebäck
angeboten. Sein Geschmack ist so dominant, dass hier auf den farblichen Kontrast
verzichtet wird. Bei Käse darf es statt Weißbrot auch Pumpernickel sein. Je nach
Geschmacksrichtung kann mit Weintrauben, Tomaten, Radieschen und manchmal auch mit Nüssen
und Salzgebäck garniert werden.
Gleichgültig ob Käse, Fisch, Geflügel,
Rind, Schwein oder Wild - die Qualität muss stimmen. Selbstverständlich sollte für die
kleinen Häppchen nur allerzartestes Fleisch und die frischeste Ware verwendet werden. |
| A rrangement
Damit all die kleinen Köstlichkeiten gut zur Geltung kommen, sollten sie
auf Platten aus Silber, Glas oder Porzellan angerichtet werden. Wenn für die vielen
Canapés nicht ausreichend geeignete Platten vorhanden sind, kann man einfach alle Platten
einheitlich in Alufolie einwickeln. Das ist zwar nicht sehr umweltfreundlich, aber
preiswerter als neues Geschirr. Auf keinen Fall sollten die Canapés einander auf den
Platten berühren. Erstens kommen sie dicht gedrängt kaum zur Geltung und zweitens
könnten sich die verschiedenen Aromen gegenseitig beeinflussen.
Für einen Stehempfang werden die Platten am besten im Raum
verteilt, so dass sie für alle Gäste gut zu erreichen sind. Wenn der Raum kleiner ist
und nicht zu viele Gäste erwartet werden, kann auch ein kleines Buffet aufgebaut werden. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Platten kühl stehen
und nicht in Heizungs- oder Fensternähe aufgebaut werden.
Ein Schwung Mittelteller, oft auch Frühstücksteller
genannt, stehen neben den Canapés bereit. Damit die Leckerbissen auch unversehrt auf den
Teller kommen und problemlos verzehrt werden können, steckt in jedem der mundgerechten
Bissen ein Cocktailsticker. Die sind übrigens keine Erfindung der Moderne, nur waren sie
einst aus Perlmutt, Bein oder Silber. Aber keine Sorge, Plastiksticker tun auch ihre
Schuldigkeit.
Serviette oder Besteck
Nur wenn die Canapés die kalte Vorspeise ersetzen, wird
auch für sie Besteck mit eingedeckt. Dann werden für jeden Gast drei oder vier
verschiedene Canapés auf Vorspeisentellern angerichtet, die auch schon, kurz bevor die
Gäste kommen, eingedeckt werden können. Sonst werden einfach Servietten gereicht, man speist edel, aber zwanglos. |
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