| In der Regel beginnen mit
dem Thomastag die Raunächte, die bis zum 6. Januar dauern. Alle Bräuche in dieser
längsten Nacht des Jahres sind heidnischen Ursprunges. Besonders in dieser Zeit treiben
die Geister ihr Unwesen und auch Thomas galt bei unartigen Kindern als eine der
gefürchteten Schreckgestalten. Aber auch bei der
ländlichen Bevölkerung spielte deser Tag eine wesentliche Role, so wurde die
Weihnachtssau geschlachtet und in vielen Dörfern gab es Thomaswürste. Hausfrauen und
Mägde backten das Thomasgebäck, das aus Früchte bestehende Kletzen- oder Hutzelbrot. Anschließend gingen sie mit
teigverklebten Händen in den Garten und umarmten die Obstbäume, damit sie im neuen Jahr
wieder gut tragen. Heute wird das Brot lange vor der Weihnachtszeit gebacken, damit es gut
durchziehen kann.
Der Glaube, in dieser langen Nacht -auch Durchsitz- oder
Durchspinn-Nacht genannt- ordentlich zu essen und trinken war für viele Zecher ein Grund
zu einem ausgiebigenen Gelage. Dank des hohen nächtlichen Alkoholkonsums ist die im
Schwarzwald verbreitete Bezeichnung "Kotzmorgen" der Morgen des darauf folgenden
Tages gemeint.
Auch Zauberkräfte werden der Thomasnacht zugesprochen. So
sollte sich, wer wissen will was sich im kommenden Jahr alles ereignet, verkehrt herum ins
Bett legen. Dabei müssen die Füße auf dem Kopfkissen und der Kopf am Fußende ruhen. In
dieser Lage kann die Traumreise beginnen und das Orakel in die Zukunft zeigen. |