| Warenkunde |
| Tee |
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Zweig des Teestrauchs mit Blüten |
"Tee weckt den guten Geist und die weisen
Gedanken. Er erfrischt den Körper und beruhigt das Gemüt. Bist du niedergeschlagen, dann
wird Tee dich ermutigen." Diesen Lobgesang
notierte vor über 4000 Jahren der weise chinesische Kaiser Tsching Nung
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Tee wird hauptsächlich in Indien
und Sri Lanka -früher Ceylon- angebaut. Weitere Tee-Erzeuger Länder sind Pakistan,
Indonesien, Kenia und Japan. Chinesischer Tee spielt auf dem Weltmarkt kaum noch eine
Rolle. Die indischen Teesorten sind -Dank eines günstigeren Klimas- den
chinesischen weit überlegen.
Tee im Sinne der Handelsverordnungen sind Blattknospen, junge Blätter und Triebe des
Teestrauches. Man unterscheidet Tee nach dem Herkunftsland, dem Anbaugebiet, der
Blattqualität und dem Aufbereitungsverfahren.
Nach der Aufbereitung unterscheidet man grünen und schwarzen Tee. Grüner Tee, wie ihn
China und Japan liefern, wird unmittelbar nach dem Pflücken über Wasserdampf erhitzt.
Dabei bleibt die grüne Blattfarbe erhalten. Die Blätter werden dann an der Sonne
getrocknet, mit der Hand gerollt und in Pfannen ganz ausgetrocknet.
Schwarzer Tee aus Indien und den übrigen Anbauländern wird nach dem Pflücken in
spezielle Welkhäuser gebracht. Dazu werden die Blätter bei Temperaturen zwischen 25 und
30 Grad zum Welken gebracht. Gleichzeitig wird ihnen 30 % der Feuchtigkeit entzogen.
Danach werden sie in einer Rollmaschine zerquetscht. Dabei brechen die Blattzellen auf, so
dass sich der Saft darin mit dem Sauerstoff der Luft verbinden kann und die Fermentation
beginnt. Die grünen Teeblätter färben sich allmählich kupferrot und entwickeln erst
jetzt das charakteristische Teearoma. Zur Haltbarmachung wird der Tee bei 85 bis 100 Grad
getrocknet. Dabei bekommen die Blätter die dunkle, fast schwarze Farbe. Zum Schluß wird
der Tee in Rüttelsieben nach Blattgrößen sortiert.
Professionelle Teeprüfer verkosten den Tee und untersuchen sein Aroma. Manche zerkrümeln
auch die Blätter, um am Geräusch den Grad der Trockenheit zu erkennen. |
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| Mischungen Reine Teesorten ergeben selten einen optimalen Geschmacksgenuss.
Darum werden die verschiedenen Sorten nach bestimmten Geschmacks- und Farbabstufungen
gemischt.
Markentees werden hauptsächlich als Mischung angeboten. Sie besteht immer aus einer
Vielzahl von Sorten, die meist aus den gleichen Anbaugebieten stammen. Ein weiterer Grund
für die Mischung ist, dass die Ernten in den Teeplantagen immer wieder unterschiedlich
ausfallen, und nur eine sorgfältig zusammengestellte Mischung auch eine gleichbleibende
Qualität garantiert. |
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Teesorten
- Darjeeling
wächst an den Südhängen des Himalaja-Gebirges in ca. 2000 - 3000 m Höhe. Es
handelt sich hierbei um den feinsten, begehrtesten und daher auch teuersten Tee. Er gilt
allgemein als der Champagner unter den Tees. Die Blätter sind dünn, gedreht und
enthalten viele Blattspitzen der jungen Blätter. Sein erster Trieb "first
flush" wird im Frühjahr gepflückt und ergibt einen goldgelben, im Aroma zarten,
duftigen und milden Tee. Den zweiten Trieb "second flush" erntet man im Sommer.
Dieser Tee schmeckt würzig und hat eine kräftige Farbe
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- Assam-Tee
kommt aus dem Norden Indiens, er hat sehr dunkle Blätter und enthält viele
helle Spitzen. Im Geschmack ist er würzig und kräftig. Beim Aufbrühen hat er eine
dunkle Farbe
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- Ceylon-Tee
aus dem Hochland von Sri Lanka hat einen rötlichen Schimmer und ein
ansprechendes Aroma. Im Geschmack ist er angenehm herb mit einer goldenen Farbe beim
Aufbrühen.
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- China-Oolong-Tee
Die Blätter sind grob und gedreht. Er ist nur halb fermentiert, d.h. der
Gärungsprozess wurde vorzeitig abgebrochen. Nach dem Aufbrühen hat er eine helle Farbe
und ist sehr lieblich im Geschmack
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- Japan-Tee
ist ein heller, grüner Tee mit langen, eingerollten Blättern. Beim Aufbrühen
rollen sich die Blätter auseinander und verdreifachen sich im Volumen. Im Geschmack ist
er angenehm mild.
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- Gunpowder
ein chinesischer, grüner, nicht fermentierter Tee ist im Geschmack mild. Bei der
Herstellung verformen sich seine Blätter zu kleinen Kugeln.
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| Qualität Die Blätter an der Spitze eines Teezweiges sind die besten. Der Tee
wird nach der Blattgröße und der Reihenfolge der Blätter am Trieb unterschieden, denn
je jünger und zarter das Blatt, um so feiner wird der spätere Tee.
In China und Japan wird Tee vielfach noch mit der Hand gepflückt, denn das Pflücken muss
sehr sorgfältig vorgenommen werden, damit kein Blatt verletzt wird. In Indien werden
dagegen vielfach Pflückmaschinen eingesetzt.
Hier die Einstufungen der Sorten in der Reihenfolge ihrer Qualität
- Flowery Orange Pekoe
ist ein Tee aus der obersten noch nicht voll entwickelten Blattknospe und dem
ersten Blatt des Triebes. Er ist von allerbester Qualität und am teuersten
- Orange Pekoe
wird aus den zweiten etwas größeren Blättern hergestellt. Er enthält viele
Blattrippen und -stiele. Daher bekommt er beim Aufbrühen eine helle Farbe
- Pekoe
hat gröbere, kürzere Blätter als der 'Orange Pekoe' und ergibt einen sehr
kräftigen Aufguß
- Souchong
das vierte und fünfte Blatt, somit die größte Blattsorte ergibt einen dünnen
Aufguss.
- Couchontee oder Kogotee
ist das sechste Blatt
In gleicher Qualität gibt es diese Sorten als
- Blatt-Tee
ganze Blätter. Dieser Tee ist milder, aber aromatischer
- Broken Tee
gebrochene stark zerkleinerte Blätter. Er ist ergiebiger, kräftiger und
zieht schneller
- Fannings
diese besonders fein gebrochenen Blätter ohne Stengel und Rippen, werden für
Teebeutel verwendet
- Dust
ist die Bezeichnung für die kleinsten Teilchen, die beim Sieben anfallen. Werden
ebenfalls für Teebeutel verwendet
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| Aroma Aromatisierte Tees werden immer beliebter. Die Grundlage dafür sind
vor allem schwarze, aber auch grüne und halbfermentierte Tees. Sie werden mit
Aromastoffen besprüht und/oder mit getrockneten Blüten, Schalen- oder Fruchtstücken
versetzt.
Eine der bekanntesten Sorte ist:
- Jasmin Tee
ist ein halbfermentierter Tee mit getrockneten Jasminblüten vermischt. Jasmintee
wird, wie alle Teesorten in Asien, ungezuckert getrunken. Unbeschadet des süßlichen
Aromas schmeckt Jasmintee bitterfrisch
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| Zubereitung Pro Tasse rechnet man einen gehäuften Teelöffel Blätter,
gestrichenen Teelöffel Broken oder einen Teebeutel. So berühmte Teetrinker wie die
Ostfriesen und die Engländer rechnen einen Teelöffel pro Tasse und einenTeelöffel extra
für die Kanne. Damit die Teeblätter sich voll entfalten können, gibt man zuerst nur
etwas sprudelnd kochendes Wasser darüber, lässt sie kurz zugedeckt ziehen und gibt dann
das restliche Wasser, ebenfalls kochend darüber. Sehr kalhaltiges Wasser sollte
mehrmals aufwallen. Allerdings beeinträchtigt zu lange gekochtes Wasser den Geschmack.
Bei zu stark aufbereitetem Leitungswasser ist es ratsam statt dessen Mineralwasser ohne
Kohlensäure zu verwenden
Nach dem Aufbrühen den Tee ziehen lasen: Nach 2 - 3 Minuten hat er sein Tein/Koffein
abgegeben und wirkt anregend. Nach weiteren 2 - 3 Minuten hat sich das enthaltende Tannin
-Gerbsäure- gelöst. Es sorgt dafür, dass der Tee beruhigt.
Zum Schluß den Tee kurz umrühren und in eine andere, mit heißem Wasser ausgespülte
Teekanne gießen.
Ebenso wichtig ist, dass die Kanne nur für Tee verwendet wird. Nach dem Gebrauch ist sie
nur mit heißem Wasser auszuspülen, denn die Verwendung eines Reinigungsmittels ist
verpönt.
Tee löscht hervorragend den Durst egal ob man ihn kalt oder heiß geniest.
Viele Teekenner schätzen das Getränk pur. Andere wieder lieben Tee mit Zucker und Sahne
oder Milch. Auch Tee mit Zitrone ist sehr beliebt und kalt äußerst erfrischend.
Grüner Tee mit leichtem Rauchgeschmack schmeckt mit etwas Konfitüre oder auch Rumtopf. |
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Tipps
- Teekannen sollten aus Keramik, Glas oder Porzellan sein, da
diese Materialien die Wärme besser speichern Aluminium oder Gusseisen verändert den
Geschmack von Tee
- Die Teekanne sollte vorgewärmt werden, damit das Wasser,
mit dem die Teeblätter überbrüht werden, so lange wie möglich am Siedepunkt bleibt
- Tee mit Milch schmeckt milder, aber durch die Milch wird die
Ausfällung der Gerbstoffe verstärkt, wodurch sich die Tasse verfärbt
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Aufbewahrung
Tee muss genauso sorgfältig behandelt werden wie Kaffee. Er soll möglichst in
dunklen Glas- oder Porzellangefäßen oder in luftdicht verschlossenen Blechdosen
aufbewahrt werden, denn Sonnenlicht schadet der Qualität. Er lässt sich so für etwa 18
Monate frisch aufbewahren. |
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