| Aus Amerika haben die Relishes in
den vergangenen Jahren ihren Siegeszug nach Europa angetreten. Dabei stammen die delikaten
Leckereien ebenso wie die Chutneys aus Indien. Der Unterschied der beiden liegt vor allem
in der Konsistenz. Chutney ist homogener, marmeladenartiger als ein Relish, das zumeist
stückiger bleibt und häufig auch etwas säuerlicher schmeckt. Relishes sind hervorragende Begleiter nicht nur von Tropenkost wie
Curries, sondern auch von Crudités, dem Gemüse oder kaltem Fleisch. Chutneys, die
dickflüssigen Würzmarmeladen, gehören in der englischen Welt traditionell zu Fleisch,
Geflügel und Picknicksalaten.
In beiden Fällen werden verschiedene Gemüse und/oder Früchte in kleine Stücke gehackt
und mit Essig oder Wein, Zucker und Gewürzen so lange gekocht, bis die Flüssigkeit
verdampft, die Zutaten weich sind und zerfallen. Nicht selten liegt die Kochzeit bei einer
Stunde und mehr. Dabei entfalten die einzelnen Komponenten einen wahren Aromawettstreit
und verbinden sich zu einem ganz individuellen Geschmack. Bei der Komposition sind der
Fantasie kaum Grenzen gesetzt sind. Die süßen Grundfrüchten wie Mangos, Rosinen,
Kochäpfel grünen Tomaten, Kürbis, Aprikosen oder Melonen, die aufs Delikateste pikant
werden wenn sie mit Ingwer, Zwiebeln, Essig, Zimt, Chillies und Cayennepfeffer kombiniert
werden. Oder Zwiebeln, Pilze und Gurken, Möhren, Pfirsiche und Mangos, Zucchini und
Äpfel oder Porree mit Kürbis in einen Topf wandern. Es kommt vor allem auf den
persönlichen Geschmack und natürlich etwas darauf an, wozu die pikanten Gaumenkitzel
serviert werden soll.
Denn Relishes und Chutneys sind längst nicht nur zur Grillzeit begehrt. Sie überraschen
auch auf Crackern und feinen Zimtbiskuits auf kalten Buffets, ergänzen hervorragend
Fondues sowie diverse Braten und manche mögen die süß-sauren Köstlichkeiten auch gerne
zu Käse. Selbst zu gedünstetem Fisch passen sie gut.
Geschmack und Aroma von Chutney brauchen übrigens ihre Zeit zur Vollendung. Keine Chance,
schon während des Kochens erfolgreich zu testen. Das eigentliche Aroma allerdings
entwickeln Chutneys und Relishes erst während der Lagerung. Vier bis sechs Wochen etwa
sollte dieser Hochgenuss ruhen, damit sich der Geschmack voll entfalten kann.
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