Die Frucht des aus Westasien und dem Kaukasus stammenden Apfelbaumes, ist eine der
ältesten kultivierten Obstarten. Dieses wichtigste Obst der Welt ist über den ganzen
Erdball, die Tropen ausgenommen, verbreitet.Das
Wissen um den optimierbaren Apfelbaum, die Kunst des Veredelns durch Pfropfen oder
Okulation, hinterließen die Römer den Mitteleuropäern. So wurden im 18. und 19. Jh. in
Europa schon mehr als 4000 verschiedene Sorten kultiviert von deren Ursprung es heute
allerdings nur noch ein Drittel gibt. Inzwischen nehmen alle Kulturnationen teil, um den
Unterschied in Pflück- und Genussreife von Früh- und Spätsorten gezielt als Sommer-,
Herbst- und Winteräpfel zu vermarkten.
Anbau
In fast allen gemäßigten Klimazonen der Welt wird ein erfolgreicher Apfelanbau
betrieben. Es gibt Züchtungen und Unterlagen, die sich für die meisten Klimazonen
eignen, einschließlich jenen mit sehr tiefen Wintertemperarturen. Um zu blühen, muss
jedoch das Kältebedürfnis der Bäume von mindestens 900 Stunden unter 7°C erfüllt
sein.
Auf lehmhaltigen, nährstoffreichen Böden bei einer mittleren Niederschlagsmenge gedeihen
die qualitativ hochwertigen Sorten.
Klassifizierung
Die Klassifizierung ist kompliziert und teilt unter anderem nach Farben, Formen,
Beduftung, Geschmack, Schale oder Verwendung ein. Die Sorten werden nach der Reifezeit in
Sommer, Herbst, Winter und Dauersorten gegliedert.
Sommer und Herbstäpfel werden bald nach der Ernte verwendet, Winter und Daueräpfel
dagegen kommen für eine lange Lagerung in Einrichtungen mit gesteuerter Atmosphäre.
Apfelsorten
Unter den zehn häufigsten Apfelsorten sind noch 5 alte einheimische Sorten zu
finden wie Glockenapfel, Berlepsch, Boskoop, Rubinette und Goldparmäne. Sie sind
vielleicht nicht so regelmäßig und schön in der Form, aber ihr Geschmack und ihre
Bissfestigkeit lohnen die Suche.
Bewährte Kreuzungen sind Elstar, Jonagold, Summerred, Maigold und Rubinette.
Die beliebtesten Apfelsorten
Golden Delicious, Jonagold, Boskoop, Granny Smith, Cox Orange, Gala Royal, Elstar,
Braeburn
Einkauf
Beim Einkauf sollte darauf geachtet werden, dass die Früchte sich fest
anfühlen. Große Äpfel neigen eher zur Überreife als kleinere Früchte.
Haltbarkeit
Zur Haltbarkeitsverlängerung wird der Sauerstoffgehalt künstlich reduziert und
der natürliche Reifungs- und Verdunstungsprozess gestoppt. Dazu werden die Äpfel mit
Wachs oder Harz sowie mit Paraffin behandelt. So bleiben die Äpfel monatelang frisch und
erst im Handel, wenn das Obst wieder normalen Temperatur- und Sauerstoffbedingungen
ausgesetzt ist, reift es weiter und verdirbt dann oft auch rasch.
Jeder Apfel sollte vor dem Verzehr gründlich gewaschen und abgerieben werden, um auch
eventuelle Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln zu entfernen.
Getrocknete Äpfel
Das Trocknen ist die älteste Methode Früchte zu konservieren. Im Mittelalter
wurden die Apfelringe mit Schnüren an die Dachbalken gehängt, heute dagegen werden die
Apfelscheiben zuerst behandelt, damit sie nicht braun werden und anschließend auf
Drahtgestellen getrocknet. Zwar geht dabei der Saft verloren, doch die Zuckerkonzentration
steigt an.
Getrocknete Äpfel liefern Kohlenhydrate, enthalten viele Ballaststsoffe und etwas Eisen.
Das Vitamin C geht jedoch verloren. Allerdings liefern getrocknete Äpfel sechsmal soviel
Energie wie die gleiche Menge Frischobst
Verwendung
Zum Rohgenuss, für Kompotte, Pürees, Salate, Suppen, Auflagen oder Inhalte von
Kuchen, Torten und Aufläufen, Marmeladen, Gelees, Saft, Most, Wein, Essig, Branntwein,
Dörrgenuss oder ein Mittelding als Mus.
Inhaltsstoffe
Die Inhaltsstoffe beziehen sich auf 100g verzehrbaren Anteils
Kcal 50
Kj 209
Verwertbare Kohlenhydrate 10,9 g
Wasser 84,4 g
Ballaststoffe 3 g
Vitamin C
Vitamin A, B1, B2 und Betakarotin mit Provitamin-A-Wirkung
Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium
Ferner enthalten Äpfel viel Fruchtzucker, der nur langsam
in das Blut abgegeben wird wodurch er hilft, den Blutzuckerspiegel auf einem
gleichbleibenden Niveau zu halten. In geriebener Form wird sehr viel Pektin freigesetzt,
das bei Durchfallerkrankungen hilft. Darüber hinaus wird durch die Gallensäurebildung im
Darm der Cholesterinspiegel gesenkt.
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