 
 








    
|
| Knigge |
Tischmanieren
|
|
| Haltung |
Wichtigste Voraussetzung bei Tisch ist die Sitzhaltung. Man sollte aufrecht,
entspannt und etwa eine Handbreite vom Tisch sitzen. Das gilt auch für die Haltung der
Arme bei Tisch, diese sollten sich beim Essen am Körper angelehnt befinden. Die Hände
sind nur bis zu den Handgelenken auf den Tisch zu legen, und mit den Unterarmen
(keinesfalls mit den Ellenbogen!) kann man sich leicht abstützen. Wenn man das Besteck
während des Essvorgangs hält, dürfen allerdings auch die Handgeleke nicht den Tisch
berühren.
Wenn man die Sitzfläche des Stuhls vollständig ausnutzt und die Füße nebeneinander auf
den Boden stellt, dann lässt sich ein mehrgängiges Menue mit Haltung locker überstehen.
|
|
| Besteck |
Das Messer wird immer in der rechten Hand gehalten. Diese Regel gilt auch für
Linkshänder, denn ein Links- und ein Rechtshänder nebeneinander platziert, würden beim
Essen mit den Ellenbogen zusammenstoßen und sich gegenseitig behindern. Wer sich also
korrekt benehmen will, muss das Messer rechts halten.
Die Gabel sollte so geführt werden, daß sie eine waagerechte Linie einhält mit einer
leichten Neigung nach unten.
Der Löffel wird auch waagerecht zum Mund geführt. Dabei sollte man ihn nicht randvoll
füllen, dass die Suppe nicht in den Teller zurückschwappt.
Unbedingt beachten:
Gabel oder Löffel werden immer zum Mund geführt und niemals umgekehrt!
Eine Unsitte ist es die Suppe durch Pusten abzukühlen, hierbei werden nicht nur
unangenehme Geräusche produziert, sondern auch der Tischnachbar kann durch die
entstehenden Windboen und Suppenduschen durchaus belästigt werden. Zu den schlimmsten
Geräuschen gehört allerdings das Schlürfen. Es ist einfach ekelhaft und es darf
niemals darf geschlürft werden.
Da beim Essen häufig Getränke gereicht werden ergibt sich die Frage nach der korrekten
Besteckablage. Das Besteck darf in diesem Falle nicht rechts und links auf dem Tellerrand
abgelegt werden, da es leicht abrutschen kann oder Speisereste und Saucen auf das
Tischtuch tropfen können. Das Besteck ist ordentlich auf dem Teller abzulegen, d.h. es
sollte dabei nicht in die Speisen stechen, sondern es ist an den Spitzen zu kreuzen, bzw.
die Messerspitze ist in die Gabelmulde zu legen.
Darüber hinaus gibt es noch eine Bestecksprache. Danach bedeutet ein mit den Spitzen
gekreuztes Besteck, daß der Gast noch nicht fertig ist oder gerne noch einen Nachschlag
hätte.
Liegen Messer und Gabel parallel nebeneinander (die Schneide des Messers zur Gabel),
so bedeutet dies, daß das Essen beendet ist. Die Anordnung rechts unten -fünf vor halb
sechs- bedeutet, dass das Essen nicht den Erwartungen entsprach, links unten -fünf nach
halb sieben- zeigt an, dass geschmeckt hat.
|
|
| Die Serviette |
Sie wird vor dem Essen einmal zu einem Rechteck gefaltet und auf den Schoß gelegt, jedoch
erst dann, wenn der Gastgeber nach seiner Serviette greift und damit das Essen eröffnet.
Sie dient in erster Linie dazu, sich vor dem Trinken die Lippen abzutupfen, um
Speise- und Fettränder an den Gläsern zu vermeiden. Auch zum Abwischen des Mundes
während des Essens benutzt man die obenliegende Hälfte der Serviette und legt sie
anschließend wieder auf den Schoß. Die untenliegende Hälfte der Serviette bleibt damit
zum Schutz der Kleidung sauber.
Nach der Mahlzeit wird die Serviette entgegen ihrem Originalkniff gefaltet, -um die
Flecken nach innen zu verdecken- und links neben den Teller abgelegt. Papierservietten
dagegen können einfach zusammengefaltet neben den Teller gelegt werden.
Zu einem Menue gehören Stoffservietten, sie lassen sich besser handhaben, dekorieren und
sehen einfach schöner aus.
Fauxpas:
Die Serviette auf den leeren Teller oder gar in die Reste legen. Auch bei Papierservietten
streng verboten!.
|
|
| Fingerschalen |
| Fingerschalen aus Glas, Porzellan
oder Silber werden gereicht, wenn man Speisen bestellt, die man mit den Fingern isst, zum
Beispiel Krebse, Austern oder Artischocken. Sie werden mit dem entsprechenden Gang
serviert und stehen links vom Platzteller. Die Schalen enthalten lauwarmes Wasser, meist
mit einer Zitronenscheibe oder einem Minzenblatt dekoriert. Mit einer Extra-Serviette kann
man sich die Finger nach dem Abspülen wieder trocknen. Nach dem betreffenden Gang werden
sie wieder abserviert. |
|
| Getränke |
Zum ersten Schluck fordert immer
derjenige auf, der eingeladen hat. Das Glas ist stets am Stiel zu halten. Nicht nur, weil
es beim Anstossen schöner klingt, sondern beim Anfassen des Kelchs kann sich das Getränk
auch sehr leicht erwärmen.
Beim Anstossen sollte man sich immer in die Augen sehen. Als Trinkspruch ist ein "Zum
Wohle" oder "Auf ihr Wohl" oder ein "Prosit" angebracht.
Aperitifs, wie zum Beispiel Portwein oder Sherry, werden als appetitanregende Getränke
gereicht. Hat das Essen begonnen, werden sie nicht mehr getrunken.
Wird die Weinsorte gewechselt, sollte man vom vorher servierten Wein nicht mehr trinken.
Wenn das Glas noch gefüllt ist, kann man es einfach stehen lassen. Allerdings wird es
jeder Gastgeber respektieren, wenn man lieber bei einer Sorte bleiben will. |
|
|
|